Home » Auto » Oldtimerkauf in USA - Klassiker aus Übersee

Oldtimerkauf in USA – Klassiker aus Übersee

Oldtimer werden in Deutschland immer beliebter: Rund 300.000 historische Fahrzeuge befinden sich derzeit in Privatbesitz – mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2006. Bei vielen Klassikern handelt es sich aber ganz einfach um solide Alltagsfahrzeuge der 70er und 80er Jahre. Wer den exklusiven Oldie sucht, der sich von dieser Masse abhebt, wird oftmals im Ausland fündig. Speziell der US-amerikanische Markt gilt dabei als interessant. Doch was gilt es, beim Oldtimer Kauf in den Staaten zu beachten?

oldtimer

US-Cars: Als Klassiker erschwinglich

Egal ob Straßenkreuzer oder Musclecar, US-Klassiker üben auf viele deutsche Oldtimerfreunde einen besonderen Reiz aus. Doch Ford Mustang, Chevrolet Camaro und Cadillac Eldorado erreichten hierzulande in ihrer Blütezeit keine hohen Verkaufszahlen, als Alltagsauto war der Unterhalt schlicht zu teuer. Spritverbräuche jenseits der 20 Liter auf 100 Kilometern Fahrstrecke sind aber durchaus erträglich, wenn das Auto ohnehin nur selten zur Sonntagsausfahrt bewegt wird. Auch die Kfz-Steuer, die sich bei älteren Fahrzeugen noch nach Hubraum bemisst, ist für den Ami-Schlitten im Alter kein Thema mehr: Durch die Klassifizierung als Oldtimer muss nur noch ein günstiger Pauschalsatz gezahlt werden. Das Problem der ausladenden US-Fahrzeuge liegt heute deshalb vor allem in der Verfügbarkeit. Die wenigen Exemplare, die bei uns verkauft wurden, werden häufig zu Höchstpreisen veräußert; einige Modelle wurden erst gar nicht nach Europa exportiert. Wer dann noch auf der Suche nach einer speziellen Karosserievariante, Ausstattung oder gar Farbe ist, kann sich auf eine sehr lange Suche einstellen. Der Import aus den USA ist deshalb naheliegend: Viele hierzulande beliebte Fahrzeuge haben dort noch keinen Klassikerstatus; hohe Zulassungszahlen und Bestände drücken die Preise weiter. Doch wie wird ein solcher Import angegangen?

Oldtimer Schätze finden: Wo wird gesucht?

Zunächst einmal ist es auch in den USA so, dass sich der Handel mit Gebrauchtfahrzeugen vom Kleinanzeigenteil der Tageszeitung auf das Internet verlagert hat – was dem deutschen Klassikerfreund durchaus entgegenkommt. Die großen Portale sind dabei “Auto-Trader” und “Hemmings“. Bei spezielleren Modellen lohnt die Recherche nach Marken-Clubs, deren Linkliste durchforstet werden kann. Wer sich vor Ort umsehen möchte, dem ist die “Pomona-Swap-Meet” zu empfehlen: Mit rund 30.000 Besuchern und 15 Meilen Fahrzeug- und Teileangeboten ist dieses sieben Mal jährlich stattfindende Event prinzipiell eine Empfehlung für Liebhaber wert. Die große Auswahl hat sich unter europäischen Liebhabern von US-Klassikern allerdings schon herumgesprochen, was leider die Preise etwas gehoben hat. Wer in den USA sucht, sollte übrigens einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen einkalkulieren, weil dann zwei Wochenenden genutzt werden können. Anzeigenblätter erscheinen meist freitags oder samstags; die Treffen werden sonntags abgehalten.

Oldtimer richtig finanzieren

Anders als in Deutschland ist der Kauf von Privat übrigens ratsamer: Eine Gewährleistung gibt es auch vom US-Händler nicht, dafür können sich die Käufer auf einen harten Verhandlungsmarathon einstellen. Auch die Zustandsbeschreibungen sollten mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden. Sofern der vermeintliche Traumwagen nicht vor Ort besichtigt wird, sollten unplanmäßige Instandsetzungsarbeiten einkalkuliert werden. Verfügt das Fahrzeug über eine 17-stellige Fahrgestellnummer, sollte der rund 25 Euro teure Carfax-Report angefordert werden, der bekannte Informationen wie Unfallfreiheit, Reparaturen und Halterwechsel zusammenträgt. So ist es Käufern möglich, sich zur Historie des Wagens zu informieren. Beim Thema Zahlung sollte beachtet werden, dass Barzahlung in den USA üblich ist; Beträge über $ 10.000 aber beim Zoll angemeldet werden müssen. Wer das Geld nicht als Sparguthaben zur Verfügung hat, sollte sich bereits im Vorfeld online nach Finanzierungsmöglichkeiten umsehen.

Abwicklung und Eigentumsübertragung:  Transport vom Fachmann

Anders als in Deutschland gibt es keinen Fahrzeugbrief, sondern nur die amerikanische Zulassung, den “US-Title”. Bei dem farbigen Blatt Papier darf kein “lien-holder” eingetragen sein. Ist das der Fall, erhebt ein Dritter Eigentumsansprüche auf das Fahrzeug. Sind als Halter beide Ehepartner eingetragen, müssen auch beide dem Verkauf zustimmen. Für Import und Zollabwicklung sollte am besten ein spezialisiertes Unternehmen beauftragt werden. Um Kosten zu sparen, kann der Käufer den Wagen allerdings selbst bis zum nächsten Hafen fahren – ansonsten würde die Spedition etwa 1,2 bis 1,4 Dollar für jede Entfernungsmeile berechnen. Der Zoll beträgt zehn Prozent des Kaufpreises. Auf die neue Gesamtsumme werden dann noch 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer aufgeschlagen. Ein häufiger Betrugsversuch besteht darin, dass zwei Rechnungen ausgestellt werden; eine davon mit einer niedrigeren Summe für den Zoll. Davon ist in jedem Fall abzuraten, denn auch der Zoll kennt diese Masche – und schätzt den Wert dann selbst.

Warten auf den US-Klassiker

Sind die Formalitäten geklärt, heißt es warten: Für den Transport von der Ostküste werden etwa 14 Tage Transportzeit einkalkuliert, von der Westküste dauert es etwa doppelt so lange. Doch das Warten lohnt sich meist: US-Schätzchen sind schon etwas ganz besonderes.

weitere interessante Beiträge:

Kommentar hinterlassen

Du musst dich einloggen um einen Kommentar veröffentlichen zu können.